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Wiederbefüllbare Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen im Test

Fertige Kaffeekapseln, die einfach noch in die Maschine eingelegt werden müssen, kennt jeder. Doch es gibt auch mehrere Hersteller, die sich auf wiederbefüllbare Kaffeekapseln spezialisiert haben. Bei diesen Kaffeekapseln ist es möglich seinen Lieblingskaffee oder Espresso in die Kaffeekapseln einzufüllen. Der Kaffee oder Espresso kann dann wie gewohnt in der Nespresso-Maschine zubereitet werden. Es gibt Hersteller, welche Kaffeekapseln für die einmalige Verwendung anbieten und welche, deren Kaffeekapseln ausgespült und wiederverwendbar sind. Wiederbefüllbare Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen können den Geldbeutel schonen und die Umwelt entlasten. Ich stelle heute drei unterschiedliche Varianten der wiederbefüllbaren Kaffeekapseln vor. Eine Variante aus Kunststoffkapseln, die ausgespült werden können und wiederverwendbar sind (Coffeeduck). Eine Variante mit einer Kunststoffkapsel, die nur ein einziges mal verwendet werden kann (Capsul’in) und als letztes eine Variante, bei welcher die Kaffeekapsel aus Edelstahl besteht und auch wiederverwendbar ist (mycoffeestar).

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von links nach rechts: Capsul’in, Coffeeduck, Mycoffeestar

Ich gehe jeweils auf die Vor- und Nachteile der drei getesteten Varianten ein. Ich teste die wiederbefüllbaren Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen in der Handhabung und der Kompatibilität. Mich hat vor allem der Gedanke gereizt, dass ich mit den Kaffeekapseln meinen Wunschespresso mit der Kapselmaschine zubereiten kann. Bei den fertigen Kaffeekapseln weiß schließlich niemand genau, welcher Espresso in der Kapsel steckt. Zuerst möchte ich die drei Varianten vorstellen.

CoffeeduckCoffeeduck_kapseln_nespresso_maschine

Die Coffeeduck ist eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel aus Kunststoff. Sie wird in den Niederlanden produziert und ist für verschiedene Kapselsysteme erhältlich. Verkauft wird Coffeeduck im Dreierpack für ca. 11€. Die Coffeeduck-Kapsel kann nach der Verwendung ausgespült und wiederverwendet werden. Die Kapsel hat unten einen Kunststoffverschluss, welcher mit einem kleinen Kunststoffband am Rest der Kapsel befestigt ist. Die Coffeeduck-Kapsel wird nach dem Befüllen einfach zugedrückt.

Das Befüllen der Kapsel funktioniert vergleichsweise einfach. Die leere Kapsel wird einfach durch den Espresso gezogen bis die Kapsel gut gefüllt ist. Anschließend wird etwas mit dem Finger oder einem Löffel nachgedrückt. Nun müssen Kaffeereste vom Rand entfernt werden und die Kapsel kann mit dem, an der Kapsel verbundenen Boden, verschlossen werden. Beim Verschließen ist ein deutlich hörbares Klacken zu hören. Nun kann die Coffeeduck-Kapsel in die Nespresso-Maschine eingelegt werden.

Capsul’inCapsul_in_kapseln_nespresso_maschine

Die Capsul’in Kapseln sind nur im engeren Sinne wiederbefüllbare Kaffeekapseln. Denn die Capsul’in Kapseln sind einfach ungefüllte, leere Kaffeekapseln, die vom Kunden selber befüllt werden müssen. Hierfür wird vom Hersteller ein Bausatz zur Verfügung gestellt, der das benötigte Material enthält. Von der Kapsel bis zum Verschluss. 100 leere Capsul’in Kapseln kosten ca. 10€. Die Capsul’in Kapseln können nur ein einziges mal verwendet werden und werden danach, wie die bereits gefüllten Kaffeekapseln, in den Müll geworfen. Der Unterboden der Capsul’in Kapseln besteht aus Aluminium. Die Kapsel selber besteht aus Kunststoff.

Das Befüllen der Capsul’in Kapseln funktioniert hervorragend. In der Packung der Kapseln liegt ein kleiner Löffel bei, mit welchem die Kapsel einfach befüllt werden kann. Dieser Löffel hilft dabei die Kapsel sauber zu füllen und den Kaffee in der Kapsel leicht anzudrücken. Der Unterboden aus Aluminium befindet sich auf einer Trägerfolie und ist mit einem Kleber versehen. Nach dem Abziehen des Aluminium-Bodens muss dieser auf die befüllte Kapsel geklebt werden.  Dieses ist anfangs etwas aufwändig, funktioniert aber nach einigen Versuchen immer einfacher. Anschließend ist die Kapsel bereit für den Einsatz in der Nespresso-Maschine.

Mycoffeestarmycoffeestar_kapsel_nespresso_maschine

Die mycoffeestar Kapsel ist eine hochwertige Edelstahl-Kapsel für die Nespresso-Maschine, die wiederverwendbar ist. Sie wird in der Schweiz produziert und ist für ca. 30€ erhältlich. Die Kapsel besteht komplett aus Edelstahl und hat, je nach Modell einen Dichtungsring um die Kapsel. Die Kapsel hat an der Unterseite einen Schraubverschluss mit welcher sich die Kapsel zuverlässig und fest verschließen lässt.

Das Befüllen der mycoffeestar Kapsel ist vergleichbar mit dem Befüllen der Coffeeduck Kapsel. Auch hier muss die Kapsel durch den Espresso gezogen werden, bis diese gut gefüllt ist. Anschließend müssen Kaffeereste vom Rand der Kapsel entfernt werden. Dann kann der Unterboden der Kapsel auf den Rest der Kapsel geschraubt werden. Auch wenn noch kleinere Kaffeereste zwischen dem Schraubverschluss hängen, lässt sich die Kapsel fest und sicher verschließen. Nach dem Verschließen des Edelstahl-Bodens kann die Kapsel in die Nespresso-Maschine eingelegt werden.

Das Ergebnis

Das Endprodukt, ein schöner Espresso mit einer festen Crema, haben die Capsul’in Kapseln am besten produziert. Die Crema ist nach dem Brühen schön fest und ausgeprägt. Bei Coffeeduck und Mycoffeestar war das Ergebnis nicht ganz so überzeugend. Die Crema ist bei diesen beiden Kapsel deutlich schwächer und auch geschmacklich, trotz Verwendung des gleichen Espresso, liegen diese beiden Varianten doch hinter den Capsul’in Kapseln. Der Espresso schmeckte hier ein wenig wässerig. Dieses liegt vor allem an dem Befüllen der Kapseln. Ein Befüllwerkzeug liegt nur bei den Capsul’in Kapseln mit dabei. Das Befüllen der Mycoffeestar und der Coffeeduck ist dadurch  komplizierter. Es ist schwerer die richtige Kaffeemenge in die Kapsel zu bekommen. Lieber geht man hier vorsichtiger vor, da man will, dass der Kaffee trotzdem ohne Tröpfeln aus der Maschine läuft. Das Ergebnis spiegelt dieses wieder. Ein Befüllwerkzeug bei Coffeeduck oder Mycoffeestar wäre wünschenswert. Dieses wirkt sich nämlich positiv auf das Gesamt-Kaffeeergebnis aus.

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von links nach rechts: Capsul’in, Coffeeduck, Mycoffeestar

Welche Variante ist am umweltfreundlichsten?

Alle drei Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Am umweltfreundlichsten ist aber eindeutig die Kaffeekapsel Mycoffeestar.  Diese kann ohne Probleme immer wieder verwendet werden. Von der Kapsel selber fällt keinerlei Abfall an. Nur die Kaffee-Reste aus der Kapsel wandern in den Müll oder auf den Kompost. An Platz zwei landet bei der Umweltverträglichkeit die Kapsel von Coffeeduck. Diese kann auch wiederbefüllt und mehrmals verwendet werden. Allerdings ist die Kapsel nicht ganz so langlebig wie die Edelstahl Kapsel von Mycoffeestar. Ab einer bestimmten Anzahl zubereiteter Espresso hat die Kapsel leichte Ermüdungserscheinungen, insbesondere im Bereich des Plastikstreifens, welcher den Boden mit dem Rest der Kapsel verbindet. Auf den letzten Platz bei der Umweltverträglichkeit landet in diesem Fall die Kapsel von Capsul’in. Die Capsul’in Kapseln können nur ein einziges mal verwendet werden und werden danach, samt Inhalt, in den Müll geworfen. Eine mehrmalige Verwendung der Kaffeekapseln ist nicht möglich.

Welche Variante ist am Besten? 

Dieses muss letztendlich jeder für sich selber entscheiden. Es muss immer Anschaffungspreis, Handhabung, Umweltverträglichkeit und Kompatibilität betrachtet werden. Vom Anschaffungspreis ist die Kapsel von Mycoffeestar eindeutig die teuerste Variante. Allerdings ist diese auch am besten verarbeitet und am Langlebigsten. Auch in Sachen Umweltverträglichkeit ist die Kapsel von Mycoffeestar unangefochten ganz vorne mit dabei. Allerdings ist die Kapsel nicht ausnahmslos mit allen Nespresso-Maschinen kompatibel. Es erfordert teilweise schon viel Übung bis die optimale Befüllung der Kapsel gefunden wurde. Besonders in der Anfangszeit kommt es hier zu vielen Fehlversuchen. Die Coffeeduck-Kapseln haben das gleiche Problem. Auch hier muss der richtige Füllgrad mit Espresso erst gefunden werden. Allerdings ist diese in der Handhabung ein wenig leichter, als die Kapsel von Mycoffeestar. Die Coffeeduck-Kapsel verzeiht durch das weiche Material der Kapsel auch ein leicht schiefes Einlegen in die Nespresso-Maschine. Die Mycoffeestar Kapsel ist massiv und verzeiht ein schiefes Einlegen in die Maschine nicht. Hier darf auf keinem Fall mit Gewalt der Verschlusshebel heruntergedrückt werden. Bei einem richtigen Einlegen der Kapsel ist ein gewaltsames Herunterdrücken aber auch nicht erforderlich. Am einfachsten in der Handhabung sind die Kaffeekapseln von Capsul’in. Diese können mit dem beiliegenden Löffel einfach befüllt werden und es gelingt beim Brühen nahezu jeder Espresso. Ich persönlich hatte bei den Capsul’in Kapseln am schnellsten das richtige Gefühl entwickelt. Auch von der Kompatibilität machen die Capsul’in Kapseln den besten Eindruck. Allerdings müssen bei diesen Kapseln auch immer die Folgekosten betrachtet werden. Die Mycoffeestar Kapsel wird einmalig angeschafft. Im Laufe der Zeit hat man nur noch Kosten für den Espresso. Auch die Coffeeduck Kapseln halten eine bestimmte Zeit. Die Capsul’in Kapseln sind irgendwann aufgebraucht. Es müssen dann neue Kapseln gekauft werden. Es muss also überlegt werden, ob einmalig 30€ nicht vielleicht auf Dauer besser sind als immer wieder kleinere Beträge.

Jede Variante, ob Mycoffeestar, Capsul’in oder Coffeeduck hat seine Vor- und Nachteile. Ich möchte mich auch auf keinen Favoriten festlegen. Denn jeder muss für sich selber entscheiden worauf man selber besonderen Wert legt. Eines haben alle diese  Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen gemeinsam: Sie müssen selber befüllt werden. Dadurch leidet natürlich der Komfort, welchen Kaffeekapseln allgemein bieten sollten. Wer allerdings gerne seinen Lieblingskaffee- oder Espresso in der Nespresso-Maschine zubereiten möchte, dem kann ich wiederbefüllbare Kaffeekapseln nur empfehlen. Aber auch hier sollte bedacht werden, dass nicht alle Espresso Sorten ausnahmslos mit allen dieser Kapseln gleich gut funktionieren. Es muss auf den richtigen Mahlgrad und die richtige Befüllung der Kapseln geachtet werden. Ein Gefühl für die jeweilige Kaffeekapsel muss erst entwickelt werden. Dieses kostet teilweise schon Zeit und Nerven. Aber die Erfahrung sollte jeder selber einmal machen. Denn letztendlich lässt sich mit allen Varianten der befüllbaren Kaffeekapseln Geld sparen.

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit befüllbaren Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen gemacht? Haben Sie die Mycoffeestar, Coffeeduck oder Capsul’in Kapseln schon getestet? Schreiben Sie ihre Erfahrungen doch einfach als Kommentar unter diesen Beitrag.

Über kapsel-kaffee.net

Mein Name ist Steffen. Ich bin seit Jahren ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker. In meiner Freizeit teste ich gerne Kaffeekapseln und Kapselsysteme. Ich habe mir selber zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Menschen über dieses Thema zu informieren. Wenn Sie mich bei Facebook, Google+ oder Twitter abonnieren würde mich das sehr freuen! Auch Kommentare zu Beiträgen sind immer gerne gesehen.

6 Kommentare

  1. Ich habe vor ca. 3 Monaten die Kapsel von mycoffeestar getestet und bin so begeistert, dass ich diese zwischenzeitlich in Deutschland unter http://www.prefera.de anbiete. Generell stimmt die Aussage natürlich, dass jeder für sich entscheiden muss, ob die jeweilige Kapsel auch seinen geschmacklichen Ansprüchen genügt. Wenn man aber bereit ist – nicht zuletzt der Umwelt zuliebe – ein wenig zu experimentieren bekommt man auch mit dieser Kapsel ausgezeichneten Kaffee!

  2. Für die Bastler unter den Kaffeetrinkern hier eine Anleitung zum Wiederbefüllen der Nespressokapseln. Mann/Frau muss halt ein wenig herumprobieren. Ich hab duchaus gute Ergebnisse erzielt.

    http://www.youtube.com/watch?v=-X5RPJIkRJQ

    • Leider hält die Alufolie, mit welcher die Kapsel verschlossen wird, nicht so gut. Sie gibt nämlich schon bei dem kleinsten Druck nach, so dass die Maschine gar keinen richtigen Druck aufbauen kann. Ein richtiger Espresso mit dem selber Befüllen vermutlich nicht möglich. Zumindest nicht mit Marke Eigenbau ;-)

      • Marke Eigenbau funktioniert.
        Bei den Cafissimo-Kapseln von Tchibo entferne ich den Deckel (mit einem scharfen Messer ausschneiden), entferne dass obere Sieb, fülle die Kapseln mit dem Kaffee meiner Wahl, setzte das Sieb wieder ein und verschliesse die Kapsel mit einer reissfesten, hitzebeständigen, quadatisch zugeschnittenen Alufolie (ALDI). Wichtig ist, dass die Alufolie an alle Seiten mindestens 0,5 cm grösser ist als die Kapsel. Dann kann man Kapsel verschliessen, indem man die Alufolie an den Rändern der Kapsel nach unten und sie unterhalb des Randes an die Kapsel drückt. Da die Ecken der Alufolie länger sind, bieten sie im Kapsel-Halter einen guten Halt.
        Klingt komplizerter, als es ist.
        Mit einem erneuerten Alufolie-Deckel kann man jede Kapsel mehrfach verwenden.

  3. Dank eines Gewinnspiels dieser Seite, bekam ich die Gelegenheit die “capsul’in” Kapseln zu testen.
    Das Handling ist einfach…am besten Kaffeepulver in eine größere Schüssel füllen, Kapsel auffüllen, mit Löffel andrücken, nochmal kurz nachfüllen, andrücken und dann die Folie aufkleben.
    Ich habe mich für Tchibo Kaffee (Wiener Melange) entschieden, da mir dieser ganz gut schmeckt und ich mit den Espresso-Sorten von Nespresso zufriedener bin als mit den Lungosorten.
    In der Maschine (Nespresso U) ließ sich die Kapsel ohne Probleme einlegen, wurde auch sauber durchstochen. Der Kaffee lief am Anfang sehr kräftig heraus…das letzte Drittel war eher Wasser als Kaffee. Geschmack war soweit ganz gut.
    Die capsul’in-Kapseln eignen sich, wenn man individuellen Kaffee zubereiten möchte -abseits der Nespresso und No-Name-Sorten-. Je nach gewählter Kaffeesorte tritt auch nicht unbedingt eine Kostenersparnis ein.

    Mir pers. wäre der Aufwand auf Dauer zuviel, da es sich beim Kapsel-System um eine Art Convenience-Lösung handelt und ich pers. eher Milchmix-Getränke wie Cappuccino, Latte Macchiato (dann eben mit Espressokapseln) trinke anstatt reinen Kaffee. Für letzteren ziehe ich die Zubereitung mit der Bodum-Kanne vor (gibt es auch in Single-Größen für 0.35 l -Portionen :)
    Wer gerne bastelt und außergewöhnliche Kaffee/Espressosorten konsumieren möchte, der ist mit capsul’in gut beraten.

  4. Habe die Stahlkapsel probiert. Das Resultat ist enttäuschend. Der Kaffee ist alles andere als Espresso . Man sieht es schon am austreteden Strahl, dass das kein espresso wird. Und trotzdem habe ich verschieden fein gemahlen, voll gepresst…
    Nein. Hatte so viel Hoffnung.
    Werd jedoch die Coffeeduck noch probieren, die auf dieser Seite ja als besser (deutlich besser) bewertet wurde.
    Jos

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